2025

2024

Chronologie der Ereignisse

Bewegende Worte zum neuen Jahr: Barbara Bosshard.

15. Januar: Winterrede mit Barbara Bosshard

Bereits zum elften Mal halten die verschiedensten Persönlichkeiten Winterreden aus dem Erkerfenster des Karl des Grossen über dem Grossmünsterplatz in der Zürcher Altstadt. Letztes Jahr war queerAltern-Mitglied Madeleine Marti dran. Dieses Jahr hielt unsere Präsidentin Barbara Bosshard eine bewegende, sehr persönlich gehaltene Rede über ihren Werdegang als lesbische Frau, ihre Neuerfindung nach der Pensionierung und die Situationen von queeren Menschen im Laufe der Zeit – eingebettet in eine Betrachtung der Geschichte und der aktuellen Geschehnisse .

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Ein Leben für die queere Community: Ernst Ostertag (2. von links) im Gespräch mit Barbara Bosshard, Daniel Bruttin und Joh von Felten (v.l.). Foto: Giovanni Lanni.

18. Januar: Podium zum 95. Geburtstag von Ernst Ostertag

queerAltern-Mitglied Ernst Ostertag wurde am 21. Januar 1930 geboren. Drei Tage vor seinem 95. Geburtstag feierten ihn die Vereine Network, Schwulengeschichte, Milchjugend und queerAltern anlässlich eines Podiumsgesprächs im Kulturhaus Helferei in Zürich. Gegenüber Daniel Bruttin (Network, Schwulengeschichte) sagte Ernst, dass er im Network wieder eine Familie gefunden habe, die er mit dem Ende des Kreises verloren habe. Mit Joh von Felten (Milchjugend) verglich Ernst seine Jugend mit der Jugend von heute. Heute könnten queere Jugendliche offen leben im Gegensatz zu seiner Zeit. Hingegen sei ein Coming-out nach wie vor äusserst schwierig und schmerzhaft. Barbara Bosshard (queerAltern) fragte Ernst, wie er mit der Trauer seines 2018 verstorbenen, langjährigen Partners und Mannes Röbi Rapp umgehe. Der Schmerz, sagte Ernst, verschwinde nie, da gebe es keine Heilung. Gefragt nach dem Sinn des Lebens sagte Ernst wie stets in druckreifen Sätzen, dass der Mensch nun mal Teil der Natur sei und sein Ende absehbar. Doch sei ein Leben trotzdem nicht nutzlos. Frei rezitiert. Ein bewegender Samstagnachmittag.

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Statt Tramführer Schauspieler und Kinderhortleiter geworden: Fabio Eiselin (Foto: Sandra Meier).

8. Februar: queerSalon mit Fabio Eiselin

Sein Lebenstraum war es, Tramchauffeur zu werden. Doch auf schicksalshafte Weise wurde sein Traum nicht wahr – jede Bewerbung kam irgendwie zur Unzeit. So liess er sich als Schauspieler ausbilden, ist aber nach wie vor ein glühender Tram-Fan, kann sogar die Töne einzelner Zürcher Trams auseinanderhalten: Fabio Eiselin ist bei queerAltern Mitglied der ersten Stunde. Seit 43 Jahren ist er Partner von und inzwischen verheiratet mit Hans Wenger, ebenfalls seit der Gründung Mitglied von queerAltern. Als Schauspieler wirkte Fabio in Theatern in Deutschland und in der Schweiz, wechselte dann aber den Beruf als Kinderhortleiter. Seit 30 Jahren gehört Fabio bei der Schweizerischen Blindenbibliothek in Zürich zum Team der professionellen Sprecher:innen, das im Tonstudio für Menschen mit Sehschwäche ungekürzte und navigierbare Hörbücher einliest. Am queerSalon gibt er ein Beispiel, wie er vorliest und welche technischen Angaben er dabei beachten muss.

Als heute Pensionierter spielt er an Hochschulen, Unis/ETH und Spitälern noch immer diverse Rollen und fordert damit seine Gegenüber in Aus- und Weiterbildung heraus. queerAltern-Präsidentin Barbara Bosshard führte mit Fabio ein interessantes und unterhaltsames Gespräch über seine Lieblingsrollen in Leben und Beruf.

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